Margret Lechner vom Tiroler Bildungsinstitut-Grillhof
über den Lehrberuf BDL

Was halten Sie generell vom Lehrberuf Betriebsdienstleistung (BDL)?
Das Berufsbild Betriebsdienstleistung in Österreich zu schaffen war überfällig und steht im guten Vergleich zum Berufsbild Hauswirtschaftleiterin in Deutschland. Die Verantwortung der Gesamtwirtschaft in Gemeinschaftseinrichtungen ist groß. Einer solchen Verantwortung kann nur gerecht werden, wer seine Kenntnisse ständig auf neuestem Stand hält. Die derzeitigen Entwichlungen am Arbeitsmarkt und die Beschäftigungsstrukturen bringen die Gefahr mit sich, dass haushaltsnahe und personenorientierte Dienstleistungen in den Sektor gering qualifizierter Tätigkeiten abgedrängt werden. Umso wichtiger ist es, Professionalität und Kompetenz für die Ausbildung zu fordern.

Wo/in welchen Bereichen werden BDL-Kaufleute Ihrer Meinung nach gebraucht?
Die im Berufsbild angegebenen Einsatzbereiche sollen ergänzt werden mit: Mensen in Schulen, Universitäten, Großbetriebe und Firmen mit Großküchen für MitarbeiterInnen, Banken, Versicherungen und ähnliches.

Welche Chancen sehen Sie für diesen Beruf in der Zukunft?
Je mehr Menschen im Beruf stehen werden, desto höher wird die Außerhausverpflegung werden. Dies erfordert besondere Betriebsstrukturen, Steuerung und Überwachung von hauswirtschaftlichen Prozessen, z. B. in Zentralküchen, im Service, in Selbstbedienungsbereichen und Reinigungsdiensten. Auch Versorgungsunternehmen mit Catering-Dienstleistungen haben fachliche und gesetzliche Abläufe zu dokumentieren. Ein Großhaushalt hat eine komplexe Struktur und erfordert künftig eine ausgeprägte Dienstleistungs- und Serviceorientierung und muss qualitätsdominant sein. Gleichzeitig werden sich zukünftig neue Betätigungsfelder im Rahmen hauswirtschaftlicher Dienstleistungen im Haushalt ergeben.

Besteht in Ihrem Bildungsinstitut Interesse an BDL-Lehrlingen?
Das Tiroler Bildungsinstitut-Grillhof ist ein öffentliches Unternehmen und für alle Beschäftigten braucht es eine genehmigte Planstelle. Bisher hatten wir keine Lehrlinge (Koch/Kellner), weil keine Ausbildungsberichtigten dafür zur Verfügung standen. Immer wieder haben wir PflichtpraktikantInnen von der BLA für wirtschaftliche Berufe (12 Wochen). Damit öffentliche Einrichtungen mit hauswirtschaftlichen Anforderungen Lehrstellen anbieten, empfiehlt es sich, das Berufsbild bei den Gebietskörperschaften und auch allen Sozialpartnern mit ihren Betriebsstrukturen bekannt zu machen.